Die Herkunft von Hunden kann man wunderbar einteilen. Es gibt im Großen und Ganzen fünf Hauptbereiche, aus denen ein Hund stammen kann:

  1. VDH/FCI
  2. „Dissidenz-Verein“
  3. „Hobbyzüchter“/Privatleute ohne Verein
  4. Vermehrer/Wühltischwelpen In- und Ausland
  5. Tierschutzhunde In- und Ausland

Diese fünf „Schubladen“ ziehe ich in diesem Artikel der Reihe nach auf und beleuchte deren Inhalt. Wobei ich betonen möchte, dass die Reihenfolge von mir recht unwillkürlich gewählt wurde und keine Rangfolge darstellen soll. Lediglich die Vermehrer kämen bei einer gewollten Reihenfolge in die unterste Schublade.

Mir gefällt in diesem Fall das Beispiel mit der großen Kommode und ihren Schubladen sehr gut. Man kann eine grobe Aufteilung UND innerhalb der jeweiligen Schublade weitere Unterteilungen vornehmen – dann hat die Schublade noch weitere Fächer, in die man einsortieren kann.

Sämtliches sei an dieser Stelle nur kurz vorgestellt und umrissen. Es gibt in jedem Bereich sehr viel mehr zu erzählen, lernen und wissen – dieses würde jetzt allerdings den Umfang sprengen.

Tierschutzhunde

Woher kommen die Hunde?

Diese Hunde sind bei Tierschutzorganisationen (Tierheime, Vereine, aber auch Privatpersonen) gelandet und sollen in ein besseres Leben als ihr bisheriges vermittelt werden.
Man kann hier eine grobe Einteilung vornehmen:

  • Abgabetiere – ihre Vorbesitzer wollen oder können sie nicht mehr halten
  • Fundtiere – ausgesetzt, verloren gegangen
  • herrenlose Tiere – auf der Straße lebend (so geboren oder ausgesetzt)

Diese Rubrik ist ein ganz weites Feld. Hier finden sich Hunde unterschiedlichster Herkunft. Zu ihnen zählen Hunde, deren Halter keinen Platz mehr in ihrem Leben für sie hatten. Sei es bedingt durch Arbeit, Allergie, Familiennachwuchs, Wohnungswechsel, Tod etc..

Die Gründe hierfür sind zahlreich.

Manche Gründe durchaus auch hinterfragungswürdig.

Aber das steht auf einem anderen Blatt – eines haben diese Tiere alle gemeinsam: Sie sind in Not geraten und suchen nun neue Menschen fürs Leben. Es sind erwachsene Hunde, Hunde mit Handicap, ältere Hunde, junge Hunde, kranke Hunde. Rassehunde und Mischlinge (dazu zähle ich auch die Designerhunde wie Labradoodle, Puggle & Co). Hunde, deren Herkunft und bisheriges Leben vielleicht gar nicht bekannt ist und die durchaus „Wundertüten“ sein können.

Es ist deutlich erkennbar: Es ist wichtig, dass diese armen Seelen eine neue Familie bekommen. Ganz klar.

Und es ist gut, dass es Menschen gibt, die genauso einem Hund einen Platz fürs Leben schenken wollen. Menschen, die vielleicht keinen Welpen, sondern lieber einen erwachsenen Hund haben möchten. Menschen, die bereit sind, sich mit vielleicht „verkorksten“ Hunden auseinanderzusetzen. Nicht, dass alle Tierschutzhunde verkorkst sind, aber es gibt darunter doch den ein oder anderen mit Vorgeschichte. Oder welche, deren Vorgeschichte nicht bekannt ist, die aber dennoch Auswirkungen auf ihr Verhalten in ihrem sozialen Umfeld hat (-> „Wundertüte“).

Was kosten die Hunde?

Ja, auch diese Secondhand-Hunde kosten Geld. Es wird in der Regel eine Schutzgebühr bei der Abgabe erhoben. Dieses dient zum einen dazu klarzumachen, dass auch ein Secondhand-Hund ein Lebewesen ist, das man wertschätzen muss. Zum anderen versucht die Tierschutzorganisation ihre Kosten mittels dieser Schutzgebühren zu decken. Zu diesen Kosten gehören unter anderem auch Tierarztkosten, Unterbringung, Unterhalt, Zubehör und Transportkosten. Da die Schutzgebühren seltenst alle anfallenden Kosten decken, sind Spenden jeglicher Art (Geld, aber genauso auch Futter und Tierzubehör) gerne bei den Tierschützern gesehen. Auch so kann man helfen.

Kritisch betrachtet:

Man sollte meinen, dass diese Schublade nur Löbliches enthält, weil ja geholfen wird.

Allerdings gibt es – wie überall – selbst im Tierschutz schwarze Schafe. Ich will gar nicht auf Details eingehen, sondern an dieser Stelle nur sensibilisieren: Bitte schauen Sie sich die Tierschutzorganisation genau an bevor Sie eine Mitleidsadoption gegen Schutzgebühr tätigen.

Weiterhin ist es in meinen Augen bedenklich, wenn sich der (Auslands-)Tierschutz verstärkt mit der Einfuhr von Tierschutzhunden nach Deutschland beschäftigt als mit dem Tierschutz vor Ort (Aufklärung, Kastrationen…). Das ist ein Fass ohne Boden, solange nicht vor Ort agiert wird. Gefühlt kommen nach einer Rettung (Hund auf Pflegestelle oder glücklich vermittelt) zehn neue „rettungswürdige“ Hunde, die natürlich auch ein tolles, neues Leben verdienen.

Oder halt, nicht jeder Hund sollte „gerettet“ werden. Wenn es sich beispielsweise um zuvor freilebende, herrenlose Hunde handelt, die auf der Straße oder auf dem Land gelebt haben. Dann sind diese Hunde in meinen Augen besser kastriert in ihrem bisherigen Lebensraum aufgehoben, als bei einer Familie mit Kindern in einer großen Stadt.
Auf der anderen Seite können sich an solchen Fällen dann die Hundeschulen und -trainer gütlich tun.

Die Frage ist, ob sich der „gerettete“ Hund überhaupt „glücklicher“ in der neuen Situation fühlt, die ihn durchaus mehr oder weniger stark überfordern kann?

Ein weiterer Punkt, der mir immer wieder auffällt: Ich werde das Gefühl nicht los, dass manche Menschen sich ganz bewusst einen Tierschutzhund anschaffen, damit sie sich damit schmücken und brüsten können. Der Tierschutzhund macht sie zum „besseren Menschen“. Gleich bei der ersten Begegnung berichten sie, dass „Paul“ aus Land X stammt, wo er in einer Tötungsstation saß. In einer Tötungsstation! Ist das nicht unvorstellbar? Dieses kleine strubbelige Wesen mit den Knopfaugen? Ganz verwahrlost war er, mit Knoten im Fell, tränenden Augen und bis zur Unterlippe voll mit Würmern, der arme Kerl. Was das schon an Tierarztkosten verursacht hat! Aber man tut es ja gerne, schließlich verdient das Paulchen auch ein schönes Leben, das er jetzt ja bekommt. – Bitte werfen Sie bei jeder Pause zum Luftholen ein „Ach, nein, wie schlimm“ oder „Oh, wie gut, dass Sie ihn gerettet haben“ ein.

Nicht falsch verstehen, ich find es toll, dass Paul jetzt ein tolles Leben hat (wenns denn so ist), aber mir geht diese Selbstbeweihräucherung von Herrchen und Frauchen auf die Nerven.
Das Ganze wird dann vielleicht noch getoppt, wenn Herr und Frau Hunderetter davon berichten, wie sehr sie sich jetzt aufopfern und sich einschränken müssen wegen Paul. Weil Paul vielleicht nicht allein bleiben kann oder das mit der Stubenreinheit einfach nicht begreifen will. Oder beim Spaziergang wie Hulle an der Leine zieht.

Ja, das kann einem nicht nur mit Tierschutzhunden passieren, das kann einem bei jedem Hund passieren. Aber nur Herr und Frau Hunderetter werden damit prahlen, wie sehr sie sich wegen ihres Lieblings einschränken und was für gute Menschen sie sind. Bitte an dieser Stelle noch mal Schulterklopfen und ein anerkennendes „Toll!“ einfügen. 🙂

Vermehrerhunde


Woher kommen die Hunde?

Das sind die Hunde, die einfach nur produziert und vermehrt werden, damit ihre Besitzer sich an ihnen bereichern. Ohne Rücksicht auf Verluste. Im wahrsten Sinne.

Diese Hunde werden quasi am Limit gehalten: Es wird möglichst wenig in ihre Gesundheit und Lebensqualität ( gleich Null) investiert, dafür wird aber das Meistmögliche aus ihnen herausgeholt. Sprich: Es werden Welpen produziert. Die Elterntiere werden dabei unter unwürdigen Bedingungen gehalten und versorgt: In Verschlägen und Käfigen, Ställen, Kellern – so, wie man es sich nicht vorstellen mag. Die Tiere bekommen nur das Nötigste, sofern sie es bekommen. Medizinische Versorgung .. nein, wohl eher nicht. Das wäre zu teuer und mit einem so geschundenen Wesen lässt man sich auch nicht bei einem normalen Tierarzt blicken. Wobei es leider auch in diesem Bereich pechschwarze Schafe gibt.
Hunde, die krank sind und nicht mehr genügend produzieren, werden aussortiert. Vielleicht hat der ein oder andere Hund Glück und gelangt in den Tierschutz. Wer jedoch mal drüber nachdenkt, dem wird auffallen, dass viel mehr Welpen auf dem Markt sind als Elterntiere, die aussortiert und gerettet werden dürfen.

Man darf also davon ausgehen, dass der Großteil dieser Gebärmaschinen entweder elendig verreckt oder eins auf den Schädel bekommt, wenn es ausgedient hat.

Was kosten die Hunde?

Ja, geil! Da kosten Rassehunde und Designerhund (äh.. Mischlinge halt) nur ein bissl mehr als so ein „Secondhand-Hund“, aber nur einen Bruchteil als so ein Hund vom VDH-Züchter, der ja nur an seiner Hundezucht bereichern will.

Ernsthaft, Leute!? Hirn einschalten…!

Kritisch betrachtet:

Hier kann man nur kritisieren. Das ist offensichtlich. Erschreckend ist allerdings, dass sich das Welpengeschäft trotzdem immer noch so rentiert, dass Tausende Welpen produziert werden. Genaue(re) Zahlen finden sich bestimmt auf Tierschutzseiten, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Wobei die Schwarzziffern dann bestimmt horrende sind.

Nichtsdestotrotz kaufen die Leute diese Hunde. Entweder, weil sie nicht wissen, dass es Vermehrerhunde sind oder weil sie zu den vermeintlichen Hunderettern gehören.

Natürlich sind diese Hunde ganz arme Wesen, keine Frage. Aber die Vermehrer kalkulieren knallhart mit den ahnungslosen Käufern, genauso wie mit den Mitleidskäufern.

Die einzige Möglichkeit, dem Treiben auf Dauer ein Ende zu setzen, besteht darin, dass diese Hunde nicht mehr gekauft werden. Solange sich aber genügend (Entschuldigung) Blöde finden, die mit ihrem Geld die Vermehrer unterstützen, solange werden diese mehr und mehr Welpen produzieren (immer schön auf Kosten der Hunde, Elterntiere und Welpen).

Schön wäre es, wenn all diese Vermehrer auffliegen, die Hunde beschlagnahmt und zur Vermittlung über den Tierschutz freigegeben werden würden. Dann kann man diese armen Wesen retten, ohne den Vermehrer zu unterstützen.

Die Geldmaschinerie auf Kosten der Tiere ist also das eine Hauptkriterium.

Das zweite Hauptkriterium ist, dass diese „Billigwelpen“ aufgrund ihrer Vorgeschichte oftmals krank und anfällig sind. Es finden sich nicht wenig Berichte und Geschichten von neuen Hundeltern, die ihr Hundebaby aus so einer Quelle bezogen haben und anstatt sich an dem kleinen Wurm erfreuen zu können, von einem Tierarzt zum nächsten rennen müssen und hohe Geldsummen ausgeben. Erstens ist das keine Freude, zweitens wird das viel teurer als der ursprüngliche Welpenpreis und drittens ist es kein seltener Fall, dass man anschließend keinen Hund mehr, dafür aber viele Tränen vergossen hat.

Hobbyzüchter/Privatleute


Woher kommen die Hunde?

Aus privaten Haushalten, von Privatleuten. Dabei können diese in einem Haus mit Garten, auf einem Bauernhof oder in einer Zweizimmerwohnung im dritten Stock in der Stadt wohnen. Alles ist möglich. Die Hunde können mit Herrchen und Frauchen im Bett schlafen, habe ihr eigenes Körbchen oder ihren eigenen Zwinger, leben im Stall oder schnuppern nur Balkonluft.

Der Wurf kann gewollt sein (hierfür gibt es die unterschiedlichsten Gründe.. die meisten davon sind näher betrachtet nur Ausreden) oder ungewollt („Ups-Würfe“, wobei es sich oftmals auch nur um eine Ausrede handelt).

Was kosten diese Hunde?

Fast soviel wie Rassehunde vom VDH-Züchter. Erstaunlicherweise orientieren sich die Privatleute sehr gut an den Preisen, wie sie in Anzeigen in Print- und Onlineportalen mit Tiermarkt-Rubrik aufgerufen werden.

Ich wage sogar zu behaupten, dass in den meisten Fällen Hündin und Welpen gut medizinisch versorgt und betreut werden (Entwurmung, Impfung), ebenso was die Fütterung und Pflege angeht. Allerdings sind medizinische Untersuchungen der Elterntiere vor dem Deckakt als auch solche Untersuchungen wie der Hörtest (AEP) bei den Welpen nicht an der Tagesordnung. Es wäre durchaus interessant nachzufragen, woraus sich der Welpenpreis zusammensetzt.

Kritisch betrachtet:

Keine Frage, wer von seinen Hunden so begeistert ist, dass er meint, davon muss man Nachwuchs haben, der kann es nicht wirklich bös meinen. Aber ganz klar, auch hier gibt es schwarze Schafe. Leute, die sich vielleicht einfach nur was unter der Hand dazu verdienen möchten. Das grenzt dann schon an die Sache mit den Vermehrern. Auf der anderen Seite  findet man in dieser Schublade ebenfalls Menschen, die soweit im Voraus denken, dass sie vor dem Wurf schon mehrere Interessenten aus der Familie und dem Bekanntenkreis haben. Und vielleicht auch selbst einen Welpen behalten wollen.

Hier gibt es „menschentechnisch betrachtet“ eine ganz breite Fächerung und man sollte im Einzelfall genau hinschauen und nicht pauschalisieren.

Natürlich ist es toll, wenn die eigenen Hunde Eltern werden. Natürlich ist es toll, wenn die eigenen Kinder miterleben dürfen, wie Welpen aufwachsen (Moment, ist das nicht eigentlich immer Muttis Wunsch gewesen und nicht der Wunsch der Kinder?!). Natürlich sind Mischlinge toll und natürlich sind auch Rassehunde toll.

Sie merken, jetzt kommt gleich mein großes „ABER…“.

Aber es ist eine riesige Verantwortung für den „Hobbyzüchter1“ (Anmerkung: auf diesen Begriff möchte ich später noch mal eingehen1), der er sich in den meisten Fällen gar nicht bewusst ist:

  1. a) Allgemein betrachtet sind Trächtigkeit und Geburt immer mit Risiken für Hündin und Welpen behaftet. Es kann zu Erkrankungen von Hündin/Welpen kommen, zu Resorption der Welpen, Absterben der Welpen im Uterus, Geburtsschwierigkeiten (-> Kaiserschnitt) und genauso kann es Probleme geben bei der Aufzucht. In allen Bereichen ist hierbei die Gesundheit und sogar das Leben von Hündin und ihren Welpen gefährdet.

Ein Laie (in diesem Fall jemand, der sich noch nie mit der Thematik Hundezucht auseinander gesetzt hat) kennt die Risiken in der Regel nicht und kann diese auch nicht einschätzen. Ich hab schon Fälle mitbekommen, da fragt der „Hobbyzüchter“ kurz vor dem Geburtstermin erst nach, worauf er zu achten hat und was seine Aufgabe ist. Und was passiert, wenn…?

Jedenfalls sollte jeder sich im Hinterkopf behalten, dass jede Trächtigkeit, jede Geburt und jede Aufzucht immer mit Risiken verbunden sind. Das kann ich gar nicht oft genug erwähnen. Das kann nämlich bedeuten, dass nicht nur die Welpen, sondern auch die eigene geliebte Hündin dabei sterben kann. (Nur um das mal deutlich zu sagen.)

  1. b) Auf die Rassehundezucht und speziell den Dalmatiner bezogen: Die Zucht von Rassehunden sollte generell das Ziel haben, diese Rasse zu erhalten und zu verbessern. Dabei sind die Rassemerkmale genau definiert in sogenannten Rassestandards.

Jede Rasse hat ihre eigenen Merkmale – positive sowie auch negative. Man möchte die positiven Seiten verstärken und die negativen Dinge so gut wie möglich minimieren.

Wichtig sind dabei sowohl Körperbau, Gesundheit und das Wesen. Bei dem Dalmatiner wie auch bei allen anderen Rassen gibt es bestimmte anatomische „Richtwerte“: Dabei geht es nicht nur um Größe und Punkte, sondern auch um Gebiss, Winkelung der Extremitäten, Fellbeschaffenheit und -farbe, Augenfarbe, Winkelung von Schulter und Kruppe und so weiter und so fort. Das ist nur ein kurzer Anriss.

Aber es wird deutlich, worauf ich hinaus will: Um einen Rassehund richtig beurteilen zu können, muss man „sehen“ lernen. Man muss sich viele Dalmatiner anschauen, miteinander vergleichen und darüber hinaus auch wissen, wo was ist. Was ist die Kruppe? Wie sehe ich denn überhaupt die Winkelung der Extremitäten? Und warum eigentlich? Was hat mein eigener Hund, was man vielleicht verbessern müsste? Das sind die Dinge, mit denen man sich beschäftigt, wenn man die Rasse erhalten & verbessern will.

Und dann sind da noch die unerwünschten Dinge. Da möchte ich nur kurz als Beispiel die Taubheit anführen und die Problematik daran verdeutlichen: Dalmatiner können einseitig hörend oder auch taub sein. Die Hörfähigkeit der Ohren kann mittels eines Tests überprüft werden. Die Rassevereine haben sich selbst der Pflicht unterworfen, dass bei allen Welpen eines Wurfes das Gehör getestet wird (mittels eines genormten Testverfahrens unter fachmännischer Aufsicht). Die Ergebnisse werden genauestens protokolliert und in den Zuchtbüchern der Vereine eingetragen. Hunde, welche einseitig oder beidseitig taub sind, werden nicht zur Zucht zugelassen.

Wenn beim „Hobbyzüchter“ die Elterntiere nicht getestet wurden, kann nicht gewährleistet werden, dass nicht eins der Tiere vielleicht einseitig hörend sein könnte. Aber selbst wenn die Eltern beidseitig hörend sind, bedeutet das nicht, dass in dem Wurf nicht einseitig hörende oder eben gar taube Welpen dabei sein können. Es ist das Mindeste gegenüber den künftigen Welpenkäufern, dass die Welpen auf ihre Hörfähigkeit mittels o.g. Verfahren getestet werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass der taube Welpe vom Welpenkäufer weitergereicht und zum Wanderpokal wird, weil der Welpenkäufer schlichtweg einen hörenden Hund haben wollte, die Katze im Sack sich aber als taub rausstellte.

Weitere Informationen zum Thema Taubheit, AEP, Zuchtzulassung und -verbot, Rassestandards, Vereine und vieles mehr finden Sie auf den Vereinsseiten im Abschnitt über VDH-Rassehunde.

Dissidenz-Vereine


Als Erläuterung vorweg: Was sind Dissidenz-Vereine?

Diese Bezeichnung ist entstanden, da Vereine gegründet wurden, die sich nicht dem VDH/FCI angehören und sich nicht deren Regularien unterwerfen, sondern ihre eigenen Regeln aufgestellt haben. Als Dissidenz wird eine Opposition oder Gegenbewegung bezeichnet, woraus deutlich wird, dass die Angehörigen dieser Dissidenz-Vereine nicht konforme Ansichten mit den VDH/FCI-Vereinsangehörigen haben, sondern gezielt ihren eigenen Weg gehen und ihre eigenen Regeln machen.

Der VDH dagegen ist der „Verband für das deutsche Hundewesen“, ein Dachverband für deutsche Züchter und Zuchtvereine, die sich mit der Rassehundezucht befassen. Der VDH ist der FCI2 (Fédération Cynologique Internationale = eine Weltorganisation der Kynologie = das Hundewesen) angeschlossen. Wenn man sich die Präsentation der FCI auf deren Homepage einmal anschaut, wird sofort deutlich, wie weitreichend und umfassend die Bedeutung der Mitgliedschaft in bezug auf die Rassehundezucht ist.

Kurz gesagt: Die Dissidenz-Vereine spalten sich von der „genormten Masse“ ab und machen ihr eigenes Ding. Genauso wie ihre eigenen Regeln schreiben sie sich ihre eigenen Ahnentafeln, welche nicht VDH/FCI-anerkannt sind.

Spricht man im Allgemeinen von einem „Hund mit Papieren“, so ist damit ein Hund gemeint, der aus einer VDH/FCI-Zucht stammt. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Welpenkäufer sich hat irreführen lassen und nach dem Kauf festgestellt hat, dass die Dissidenz-Papiere nicht ohne Weiteres allgemein (VDH/FCI) anerkannt werden.  

Im Falle des Dalmatiners haben sich die Dissidenz-Vereine gebildet mit der hauptsächlichen Begründung, dass man Varianten des Dalmatiners züchten möchte, welche vom FCI-Standard als „Fehler“ deklariert werden. Dies ist und bleibt eine Glaubensfrage, ob VDH oder Dissidenz. Fakt ist jedoch leider, dass durch das Absplitten und Selbstausgrenzen der Dissidenzvereine diese keinen offiziellen „Zugriff“ auf die VDH/FCI-Hunde (und damit verbunden deren vergleichsweise enormen Genpool) haben. Man kann sich an den Fingern abzählen, in welchem Verhältnis die Anzahl der Zuchttiere VDH/FCI im Vergleich zu der Anzahl der Zuchttiere der Dissidenz stehen und welche Auswirkungen dies auf den Genpool und die Rassegesundheit über längere Sicht haben wird, zumal auch noch auf bestimmte optische Merkmale („Sonderfarben“ und Langhaar) selektiert gezüchtet werden soll.

Aber auf die Zwistigkeiten zwischen VDH-Vereinen und Dissidenz möchte ich jetzt nicht weiter eingehen.

Woher kommen die Hunde?

Züchterisch betrachtet, stammen die Hunde aus den Dissidenz-Zuchten, haben zum Teil VDH-Blut in sich oder sind von VDH-Züchtern eingekaufte Hunde. Oder es sind eingekaufte Hunde mit nicht-Rassestandard-konformen Merkmalen aus In- und Ausland. Oder Hunde, die nach einer Phänotyp-Beurteilung in das Dissidenzregister aufgenommen wurden.

So oder so, hier wird kontrolliert gezüchtet, d.h. man unterwirft sich den eigenen Regeln, achtet auf die Gesundheit der Tiere, sucht nach geeigneten Zuchtpartnern, testet die Elterntiere auf Krankheiten, lässt die AEP bei den Welpen durchführen, kümmert sich weiterhin um die medizinische Versorgung der Welpen (Entwurmung, Impfung …) und sorgt für das richtige Futter und die passende Pflege.

Was kosten die Hunde?

Soviel wie Rassehunde beim VDH-Züchter. Mindestens. In der Social-Media-Welt lässt sich ein großes Interesse an Sonderlackierungen und Langhaartieren erkennen. Verwundern würde es keinen, wenn hier die Nachfrage den Preis bestimmt.

Kritisch betrachtet:

Ich könnte ja Romane über das Thema Dissidenz vs. VDH schreiben. Meiner Erfahrung nach bringt es leider nicht viel, da – egal, an wessen Seite man anklopft – die Fronten gegenüber der anderen Partei verhärtet sind.

Als VDH’ler würde ich persönlich mir wünschen, dass es auf beiden Seiten ein wenig Ein- und Nachsicht gäbe: Die Römer haben das größere Heer und die Gallier das bessere Marketing. Übersetzt bedeutet das, dass die VDH’ler ohne Zweifel über mehr Tiere und damit den größeren Genpool verfügen, dass die VDH/FCI-Papiere die „richtigen“ Papiere sind, die jeder meint, wenn er von „Hund mit Papieren“ spricht, und dass eben diese ganze Institution weltweit übergreifend und -anerkannt ist. Die Dissidenzler dagegen formieren sich in mehreren kleinen Vereinen und Organisationen, wobei man zugeben muss (auch als VDH’ler), dass sich die Dalmatiner-Fraktion sehr gut verkaufen kann im Vergleich zu anderen Dissidenz-Vereinen und ihren „Aufklärungsseiten“.

Jedenfalls finde ich die „Fehlfarben“ wie Lemon, Orange, Brindle & Co ganz hübsch, kann ich nicht leugnen. Langhaardalmatiner – Geschmackssache, ich habs persönlich nicht so mit langhaarigen Hunden. Aber eine Rasse wird eben durch den Standard definiert und hat bestimmte Merkmale. Wenn diese erweitert werden, „weicht“ der Standard auf und irgendwann wird es langhaarige, kurzbeinige Dalmatiner geben oder drahthaarige einfarbig-schwarze Dalmatiner, vielleicht mit weißen Abzeichen. Mit langen Dackelohren oder Terrier-Kippohren. Sind bestimmt alle ganz niedlich. Aber eigentlich eben keine Dalmatiner.

Darüberhinaus ähnelt der Dissidenzdalmatiner anatomisch eher einem Kurzstreckensprinter als dem Langstreckentraber, der er eigentlich ist.

VDH/FCI-Vereine


Woher kommen die Hunde?

Die Hunde stammen vom VDH-Züchter. Durch seine Mitgliedschaft im VDH-angehörigen Verein und/oder VDH fügt der Züchter sich den Regelungen die Rassehundezucht betreffend. Hierzu gehören die Zucht nach FCI-Rassestandard mit dem Ziel, die Rasse zu erhalten und zu verbessern. Die Zuchtstätte muss bestimmte räumliche Voraussetzungen erfüllen (beispielsweise Wurfraum mit Wurfkiste müssen bestimmte Mindestmaße und Fenstergrößen haben). Ebenso müssen die Zuchttiere bestimmten Prüfungen unterzogen werden (zB HD-Röntgen, Zuchtzulassungssprüfung mit anatomischer Beurteilung und Wesensprüfung, Bewertungen durch Zuchtrichter auf Ausstellungen) und ein Mindestalter erreicht haben, bevor sie überhaupt zur Zucht eingesetzt werden dürfen. Auch die Wurfanzahl und der Mindestabstand zwischen zwei Würfen einer Hündin werden vorgegeben, sowie das Höchstalter der Hündin zum Belegen. Jeder Welpe, der unter diesen Bedingungen gezüchtet wurde, erhält eine Ahnentafel, auf dem seine wichtigsten Daten (Geschlecht, Zuchtbuchname, Geburtsdatum, Farbe, Zuchtbuchnummer, Besonderheiten, VDH/FCI Vermerk und natürlich auch die Abstammung Eltern – Großeltern – Urgroßeltern) aufgezeichnet sind. Diese Papiere werden weltweit von den Mitgliedern und Partnern der FCI anerkannt. Die über Generationen lückenlose Ahnentafel ist darüberhinaus bei der Wurfplanung für den Züchter sehr wertvoll, da sie Aufschlüsse über mögliche Krankheitsrisiken und sonstiges Wissen geben kann. Es sollte auch für den Laien erkennbar sein, dass die Zusammenarbeit unter den Züchtern eine sehr wichtige Grundlage in der Hundezucht ist.

Nicht nur die Zuchtstätte und die Zuchttiere müssen abgenommen werden, auch der Wurf wird genauestens protokolliert: Von der Deckmeldung (mit einem geeigneten zur Zucht zugelassenen Deckrüden) über die Wurfmeldung, Besichtigung und schließlich Abnahme des Wurfes durch den Zuchtwart – all dies wird darüber hinaus in Zuchtbüchern festgehalten, welche von Interessenten auf den Vereinsseiten öffentlich einsehbar sind, sobald sie für das Vorjahr fertiggestellt wurden.

Hier finden sich auch die Zuchtordnung, die Vereinssatzung, die Dokumentationen zur Mindesthaltungsbestimmungen, Zuchtzulassungsordnung etc. – halt alles, was sich so regeln und ordnen lässt.

Durch all diese Regelungen soll gewährleistet sein, dass der Rassehund aus einer kontrollierten und geprüften Zuchtstätte den besten Start ins Leben bekommt und der Welpenkäufer einen glücklichen, gut sozialisierten und gesunden Hund.

Nicht alles ist Gold, was glänzt… leider gibt es auch unter den VDH-Züchtern schwarze Schafe, welche allerdings dank der Kontrollen und entsprechenden Sanktionen (ersichtlich aus den jeweiligen Vereinssatzungen/-ordnungen) in den Griff bekommen werden. Bei den Dalmatinerzüchtern kann man diesbezüglich durchaus zufrieden sein.

Wer sich für einen Dalmatiner aus VDH-Zucht interessiert, kann sich auf den Vereinsseiten informieren. Es gibt insgesamt vier Dalmatinerzucht-Vereine, welche dem VDH angeschlossen sind:

  1. DDC – Deutscher Dalmatiner Club e.V.
  2. CDF – Club für Dalmatinerfreunde e.V.
  3. DVD – Dalmatiner Verein Deutschland e.V.
  4. DZGD – Dalmatiner Zucht Gemeinschaft Deutschland e.V.

Auf den Homepages finden sich die aktuellen Deck- und Wurfmeldungen der einzelnen Zuchtstätten unter Angabe von Elterntieren, Wurfstärke, Geschlechterverteilung und Verfügbarkeit von Welpen. Hier kann der Interessent direkt Kontakt mit den einzelnen Züchtern aufnehmen.

Was kosten die Hunde?

Ca. 1900 bis 2800 €. (Aktualisiert 2024)

Woraus setzen sich diese Preise zusammen?

Am Anfang muss der Züchter erst einmal Züchter werden. Dazu muss er einen Zwingernamen beantragen, ggf. einem Verein beitreten, sich bei Zuchtseminaren weiterbilden, die Zuchtstätte entsprechend der Vorgaben einrichten und vom Zuchtwart ansehen und für gut befinden lassen.

Bis hier hin kommen schon Kosten zustande und es ist noch kein Zuchthund einbezogen.

Der angehende Zuchthund muss sich bestimmten Gesundheitsuntersuchungen unterziehen, die von offiziellen Sachverständigen/Gutachtern ausgewertet werden. Zu diesen Pflichtuntersuchungen gehören bei den Dalmatinern das Röntgen auf HD (Hüftdysplasie) und die audiometrische Untersuchung (der Hörtest, abgekürzt AEP). Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere Untersuchungen, die sinnvoll sind.

Ebenso muss der Zuchthund eine Zuchtzulassungsprüfung erfolgreich bestehen. Für diese Prüfung sind die o.g. Auswertungen der Gesundheitsuntersuchungen einzureichen, sowie zwei Bewertungen von Ausstellungen in den Konkurrenzklassen (Zwischenklasse, Offene und Championklasse) mit mindestens der Formwertnote „Sehr gut“. Bei der Zuchtzulassungsprüfung selbst werden die äußere Erscheinung des Hundes einschließllich der Bewegungsabläufe sowie die Gesundheitsdaten und sein Verhalten und Wesen von einem Zuchtrichter begutachtet und geprüft.

Sind diese Voraussetzungen alle erfüllt, steht die Wahl des Deckrüden an. Dafür nimmt so manch ein Züchter mitunter weite Wege auf sich. Es entstehen Reise- und Übernachtungskosten und natürlich die Deckgebühr für den Rüdenbesitzer. Die Deckmeldung von der erfolgreichen Verpaarung wird an den Verein und dessen Zuchtbuchstelle weitergegeben.

Sollte die Hündin nicht aufgenommen haben, ist dies alles schon vergebene Liebesmüh. Oftmals wird zur Abklärung der Trächtigkeit eine Ultraschalluntersuchung beim Tierarzt zur Hilfe genommen.

Wenn sie aufgenommen hat, so enstehen nun Kosten durch tierärztliche Begleitung während der Trächtigkeit, erhöhter Futterbedarf und die Vorbereitung auf die Geburt: Einrichtung von Welpenzimmer, Wurfkiste, Decken/Laken/Handtücher, Desinfektionsmittel, Wärmelampe, Welpenmilch und „Babyfläschchen“, um im Notfall gerüstet zu sein, eine Waage, Kennzeichnungsbändchen oder ähnliches.

Gibt es Schwierigkeiten bei der Geburt, muss der Tierarzt heran gezogen werden – es kann ein Kaiserschnitt notwendig sein. Trächtigkeit und Geburt bergen immer ein Risiko für Hündin und Welpen – es kann mitunter den Tod von Hündin und/oder Welpen mit sich bringen.

Wenn die Welpen da sind, so wird die Geburt der Welpen umgehend an den Verein/VDH gemeldet. Auch während der Welpenaufzucht gibt es Regelungen: Bei Erstzüchtern kommt der Zuchtwart zur Wurfbesichtigung in der ersten Lebenswoche und dann bei jedem Züchter noch einmal zur Wurfabnahme ab der achten Lebenswoche der Welpen. Die Kosten dafür trägt der Züchter.

Die Mutterhündin benötigt mehr Futter; die Welpen werden ab der dritten Woche zugefüttert. Hinzu kommen Tierarztkosten für Entwurmungen, Impfungen, Chip-Setzen und mögliche andere Behandlungen. Aber es entstehen auch Kosten durch die tägliche Reinigung, die Anschaffung von Welpenspielzeug und Geräten wie beispielsweise Wippen oder Bällebäder und Ähnliches, was den Welpen zur Vorbereitung auf die Umwelt dienen soll.

Dann steht ab der siebten Woche die audiometrische Untersuchung an. Hierzu kommt entweder der Tierarzt mit entsprechender Gerätschaft zum Züchter nach Hause oder der Züchter fährt mit dem Wurf zu dem Tierarzt, der so eine audiometrische Untersuchung bei sich vornehmen kann. Bei der Untersuchung werden die Welpen in eine Kurznarkose gelegt. Auch diese Kosten trägt der Züchter.

Zu guter Letzt bekommt jeder Welpe seine Ahnentafel über den Verein ausgestellt. Und bei seinem Auszug gibt es nicht selten ein Welpenstarter-Paket vom Züchter mit auf die Reise ins neue Leben.

Man kann als Züchter sicherlich bei großen Würfen ohne Komplikationen etwas verdienen. Auf der anderen Seite relativiert sich dieser vermeintliche Gewinn ganz schnell, wenn die Hündin nicht aufgenommen hat, der Wurf sehr klein ist und/oder die Kosten durch tierärztliche Behandlungen in die Höhe geschossen sind.

Kritisch betrachtet:

Erstens: Wie schon erwähnt, es gibt überall schwarze Schafe, auch im VDH und der FCI. Das ist nun mal so. Die Ursache dafür liegt wohl in der Natur des Menschen, der die Regeln liebt, sobald er herausgefunden hat, wie er sie umgehen kann. Nur deswegen gibt es mittlerweile sehr eng gestrickte und detaillierte Regelwerke – um das Handeln genau dieser Menschen zu unterbinden.

Zweitens: Der VDH mit seinen Vereinen ist ein gewaltiger Dampfer – viel Masse, viel Kraft, viel Potential, aber auch sehr träge und nicht so schnell und wendig. Das bedeutet übersetzt, dass Änderungen erst mal auf sehr viel Widerstand treffen, lange diskutiert und dann vielleicht irgendwann umgesetzt werden. Auf der anderen Seite ist das von Vorteil, da quasi keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden, die eventuell sogar schädliche Konsequenzen für eine Hunderasse gehabt hätten. Umgekehrt dauern leider auch die Entscheidungen, die für die Verbesserung einer Rasse getroffen werden könnten.

Fakt ist, dass man sich dafür lange und mit viel Ausdauer und Kraft engagieren muss, um etwas zu bewerkstelligen. Aber genau das ist wichtig.


Zu guter Letzt:

Kein Hund kann etwas dafür, woher er stammt; kein Hund ist nur wegen seiner Abstammung (VDH/Tierschutz/vereinsloser Hobbyvermehrer/professioneller Hundevermehrer) schlechter oder besser als ein anderer. Typisch (oder menschlich), dass Mensch gerne so etwas hinein interpretiert, wenn jemand sich für die VDH-Rassehundezucht ausspricht und einsetzt.

Jedenfalls haben die Dalmatinerwelpen aus VDH-Zucht den Vorteil, dass ihre Züchter sich an Vorschriften und Ordnungen halten müssen, was Zucht, Haltung und Aufzucht betrifft. Dazu gehört unter anderem auch der Hörtest, den die Dalmatinerzüchter sich quasi selbst auferlegt haben, um das Risiko der Taubheit im Vorfeld schon überwachen und kontrollieren zu können. Dieser Test ist in Deutschland Pflicht für alle Dalmatinerwelpen aus VDH-Zucht.

Andere (Nicht-VDH-)Vereine können andere Vorschriften haben (bei den mir bekannten „Dissidenz-Vereinen“ ist es jedoch durchaus ebenfalls der Fall, dass die Welpen gehörgetestet werden (müssen?).

Keine Kontrolle dagegen gibt es bei den Leuten, die „mal eben einen Wurf machen“, ohne sich einer der oben genannten Institutionen anzuschließen und sich auch keinerlei Regularien zu fügen.

Das beginnt bei der Auswahl der Elterntiere und geht bis zum nicht gemachten Hörtest.
Über Kofferraumwelpen und Tierschutz brauchen wir da gar nicht zu reden…

Jedenfalls ist der Vermehrerhund nicht „besser oder schlechter“ als der VDH-Welpe, der Hund kann nichts – nur leider seine „Produzenten“ kann man sehr wohl in diese Schubladen packen.

Und es geht um zwei Dinge:

  1. Keine Vermehrer unterstützen (egal, ob Kofferraum oder privater Garten – letztere dürfen sich gerne auch Vereinen anschließen..)
  2. den Welpen das Beste mit auf den Weg zu geben, was möglich ist und vor allen Dingen die Welpenkäufer nicht gegen die Wand laufen zu lassen… nicht jeder fühlt sich fähig mit einem tauben Hund umzugehen und gibt ihn dann lieber weiter = Wanderpokal-Welpe…

Mag sein, dass ich den ein oder anderen Punkt vergessen habe. Wem etwas ein- oder auffällt, darf sich gerne an mich wenden, damit ich es ergänzen kann.

© 2017 Jill Peters

Anhang:


1 Der Hobbyzüchter

Den Begriff habe ich hier mit Magenschmerzen für die Privatpersonen ohne Vereinszugehörigkeit verwendet.

Ich möchte aber unbedingt klarstellen, dass sich ebenfalls die VDH-Züchter (als auch die Dissidenz-Züchter) in erster Linie selbst als Hobbyzüchter betrachten und auch solche sind. Nicht nur per definitionem sind sie Hobbyzüchter, auch vom ideellen Standpunkt her zählen sie zu den Hobbyzüchtern:

Es ist ihr Hobby, ihre Leidenschaft, sich für die Rasse des Dalmatiners zu engagieren. Sie haben sich aus bestimmten Gründen für eben diese Rasse entschieden, weil für sie der Dalmatiner etwas Besonderes ist, weil sie von der Rasse, seinem Wesen, seiner Sportlichkeit etc. begeistert sind.

Sie setzen sich dafür ein, dass die Rasse erhalten und verbessert wird.

Sie bilden sich rund um den Dalmatiner fort (Rasse, Gesundheit, Haltung und Fütterung, Zucht und Aufzucht).

Sie halten sich dabei an die Regularien ihrer Vereine (Zuchtordnung, Haltungsbedingungen, Zuchtzulassungsordnung…). Selbst wenn es in seltenen Fällen mal zu Unstimmigkeiten oder Verstößen gegen die jeweiligen Ordnungen kommen sollte, so nehmen sie die jeweils verhängten Ordnungsstrafen und Sanktionen auf sich. Weil es ihnen wichtig ist, dass ihre Hunde eine „richtige“ Ahnentafel bekommen, die nicht nur die Abstammung des Hundes belegt, sondern auch, dass der Hund unter all diesen Regeln und Voraussetzungen nach bestem Wissen und Gewissen gezüchtet wurde.

Achso ja, das Wichtige dabei: Sie tun all dies in ihrer Freizeit. Die Dalmatinerzucht ist ihr Hobby. Sie sind Hobbyzüchter.

Vergleichsweise bringen die Privatleute ohne Verein genau dieses Engagement nicht mit. Sie setzen sich nicht mit Abstammungen, Gesundheit, Anatomie usw. bei der Wurfplanung auseinander. Ihre Aufzuchtsräume müssen keine Bestimmungen erfüllen, was Größe, Beheizbarkeit, Auslauf, Licht und Hygiene angeht. Sie wissen oftmals nicht Bescheid über Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht und das Risiko, was immer besteht.

Im Prinzip ist das Fazit daraus, dass man hier nicht von Hobbyzüchtern sprechen darf, denn ein Züchter hat ein (Zucht-)Ziel und weiß vor allem, worauf er sich einlässt und was im Bedarfsfall zu tun ist.

So genommen dürfte man bei den Privatpersonen ohne Vereinsangehörigkeit von Hobbyvermehrern sprechen statt Hobbyzüchtern.


2 Die FCI

Die Fédération Cynologique Internationale ist die Weltorganisation der Kynologie. Sie umfasst zur Zeit 92 Mitglieds- und Partnerländer (nur ein Verband pro Land), welche ihrerseits eigene Ahnentafeln ausstellen und die Richter ausbilden.

Die FCI besteht aus fünf Sektionen: Europa, Nord- und Südamerika und die Karibik, Asien und Pazifik, Mittlerer Osten und Afrika.

Die FCI garantiert innerhalb ihrer Organisation die gegenseitige Anerkennung der Abstammungsurkunden (Ahnentafeln) der Länder, wie auch der Richter.

Zur Zeit anerkennt die FCI 344 verschiedene Rassen. Jede von ihnen ist das « Eigentum » eines bestimmten Landes, welches als Ursprungsland der Rasse bezeichnet wird. Die Ursprungsländer erstellen in Zusammenarbeit mit der Standards- und der Wissenschaftlichen Kommission der FCI die Standards für ihre Rassen (Beschreibung des Idealtyps der Rasse). Die Übersetzungen, die Nachführung der Änderungen und die Veröffentlichung erfolgt durch die FCI.  An Ausstellungen in den FCI-Ländern stellen die Rassestandards für die Richter die Bewertungsgrundlage dar. Zudem sind sie ebenfalls die Basis für die Züchter bei Ihrem Bestreben, erstklassige Hunde zu  züchten.

Die FCI-Länder führen internationale Schönheitsausstellungen, Arbeits- und Jagdprüfungen, Agility und Obedience-Wettbewerbe, Rennen, Coursings und Prüfungen für Hütehunde durch, deren Ergebnisse der FCI-Geschäftsstelle gemeldet und von dieser computermässig erfasst werden. Hat ein Hund eine gewisse Anzahl Anwartschaften erreicht, kann er mit dem Titel eines internationalen Schönheits-, Ausstellungs-, Arbeits-, Arbeit und Schönheits-, Agility-, Obedience-, Renn-, Schönheit und Leistungs-, oder Hütehunde-Champions ausgezeichnet werden. Diese Titel werden von der F.C.I. verliehen.

Darüber hinaus können die Züchter – über ihre Landesverbände – ihre Zwingernamen international schützen lassen.

(Quelle: http://www.fci.be/de/Prasentation-unserer-Organisation-4.html)

© Jill Peters 2017