Meine Hunde leben mit mir zusammen und sind Teil meines ganz normalen Alltags. Genauso wachsen auch meine Dalmatinerwelpen auf. Eine sorgfältige Dalmatiner-Welpenaufzucht bedeutet für mich, sie von Anfang an eng in den Alltag einzubeziehen und ihnen viele unterschiedliche Erfahrungen zu ermöglichen.
Dalmatiner-Welpenaufzucht in den ersten Wochen
Die Welpen kommen unter meiner Aufsicht in meinem Fotostudio zur Welt, das für diese Zeit vollständig zum Welpenzimmer umfunktioniert wird.
Der Raum bietet viel Tageslicht, lässt sich bei Bedarf beheizen und verfügt über eine kleine Küchenzeile, sodass alles, was für die Versorgung von Mutterhündin und Welpen benötigt wird, unmittelbar zur Verfügung steht.
In den ersten Lebenstagen dreht sich hier zunächst alles um Ruhe, Wärme, Schlafen, Trinken und die Nähe zur Mutter. Mit zunehmendem Alter wird die Welt der Welpen dann Stück für Stück größer.

Mitten im Alltag
Mir ist wichtig, dass die Welpen nicht abgeschirmt von ihrer Umwelt aufwachsen. Sobald Alter und Entwicklungsstand es zulassen, lernen sie nach und nach die ganz normalen Dinge ihres späteren Lebens kennen.
Dazu gehören beispielsweise Staubsauger und Wischmopp, knisternde Tüten, Wasserkocher, Wecker, Radio und andere alltägliche Geräusche und Bewegungen.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Punkte auf einer „Sozialisierungsliste“ abzuhaken oder die Welpen mit ständig neuen Reizen zu überhäufen. Ein junger Hund muss nicht jeden Tag ein neues Abenteuer bestehen.
Viel wichtiger finde ich, dass die Welpen ihre Umwelt in ihrem eigenen Tempo entdecken können und dabei lernen: Neues darf interessant sein, Unbekanntes ist nicht automatisch bedrohlich und nach einem aufregenden Erlebnis darf auch wieder Ruhe einkehren.
Denn zu einer guten Aufzucht gehören für mich nicht nur Beschäftigung und neue Erfahrungen, sondern genauso Schlaf, Erholung und das Lernen, auch einmal nichts zu tun.
Garten, Spielen und Entdecken
Vom Welpenzimmer aus gibt es einen direkten Zugang zur Terrasse und in den Garten. Der Welpenbereich im Garten ist entsprechend gesichert und kann mit zunehmendem Alter und wachsendem Aktionsradius erweitert werden.
So können die Kleinen draußen spielen, entdecken, schnuppern und ganz nebenbei unterschiedliche Eindrücke sammeln.
Drinnen wie draußen stehen ihnen verschiedene Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dabei trainieren die Welpen spielerisch ihre Motorik, lernen ihren eigenen Körper immer besser kennen und machen wichtige Erfahrungen im Umgang miteinander.
Vor allem aber dürfen sie eines sein: Welpen.
Sie dürfen miteinander toben, Dinge ausprobieren, Unsinn machen, schlafen, wieder aufstehen und neuen Unsinn machen.










Sozialverhalten lernt man nicht aus einem Lehrbuch
Eine besonders wichtige Rolle bei der Entwicklung der Welpen spielt die Mutterhündin.
Sie versorgt ihre Welpen nicht nur, sondern übernimmt zunehmend auch einen wichtigen Teil ihrer ersten Erziehung. Im Umgang mit ihr und ihren Geschwistern lernen die Kleinen Kommunikation, Grenzen und angemessenes Sozialverhalten.
Deshalb darf die Mutterhündin so lange und so viel Kontakt zu ihren Welpen haben, wie sie möchte.
Genauso wichtig ist allerdings, dass sie sich jederzeit zurückziehen kann. Sie verfügt über einen für die Welpen nicht zugänglichen Rückzugsbereich und bekommt selbstverständlich ihre Auszeiten – denn auch eine Hundemutter muss zwischendurch einmal Feierabend haben.
Mit zunehmendem Alter gehört auch der Kontakt zu den anderen Hunden des Haushalts zum erweiterten sozialen Umfeld der Welpen, soweit dies für die beteiligten Hunde und die jeweilige Situation passend ist.
Schritt für Schritt in die große Welt
Je älter die Welpen werden, desto größer wird ihr Radius.
Altersentsprechend führe ich sie an neue Situationen heran und unternehme mit einzelnen Welpen oder kleinen Zweiergruppen erste kleine Ausflüge. Dadurch erleben sie Neues auch einmal ohne den Schutz der gesamten Geschwistergruppe und können zunehmend eigene Erfahrungen sammeln.
Auch Halsband und Welpengeschirr werden ausprobiert, ebenso die ersten Schritte mit einer Leine.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einen acht Wochen alten Welpen bereits „leinenführig“ an seine neuen Menschen zu übergeben. Halsband, Geschirr und Leine sollen lediglich nichts vollkommen Fremdes mehr sein. Das eigentliche Training beginnt später gemeinsam mit seiner neuen Familie.
Ebenso gehört der normale körperliche Umgang mit den Welpen zum Alltag: angefasst, hochgehoben und untersucht zu werden soll für sie etwas Selbstverständliches sein. Das erleichtert später nicht nur Pflege und Erziehung, sondern auch tierärztliche Untersuchungen.
Jeder Welpe ist anders
Auch innerhalb eines Wurfes entwickeln sich Welpen unterschiedlich.
Der eine marschiert ohne nachzudenken auf etwas Neues zu, der nächste betrachtet es lieber erst aus sicherer Entfernung. Einer ist körperlich früh sehr geschickt, während ein anderer für dieselbe Herausforderung etwas länger braucht.
Deshalb halte ich wenig davon, jeden Welpen nach einem starren Schema durch ein festgelegtes „Sozialisierungsprogramm“ zu schicken.
Natürlich gibt es Erfahrungen, die ich allen Welpen ermöglichen möchte. Wie schnell und intensiv ich einen einzelnen Welpen dabei an etwas Neues heranführe, hängt jedoch auch von ihm selbst ab.
Mein Ziel ist nicht der Welpe, der mit acht Wochen schon möglichst viel „kann“.
Ich möchte neugierige und möglichst selbstsichere kleine Hunde auf ihren weiteren Lebensweg schicken, die gelernt haben, sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen, dabei aber auch auf ihre Menschen vertrauen können.
Die ersten acht Wochen können dafür eine wichtige Grundlage schaffen.
Fertig ist ein Welpe danach selbstverständlich noch lange nicht. Die weitere Sozialisation, Erziehung und Entwicklung liegt anschließend in den Händen seiner neuen Menschen – und genau darin liegt schließlich auch ein großer Teil des gemeinsamen Abenteuers.
Gesundheit in der Dalmatiner-Welpenaufzucht
Die Aufzucht meiner Welpen erfolgt nach den Bestimmungen des VDH und des Club für Dalmatiner-Freunde e. V. (CDF), dessen Mitglied ich bin.
Der Wurf wird vor der Abgabe durch einen Zuchtwart des CDF begutachtet und offiziell abgenommen. Der Zuchtwart steht dem Züchter darüber hinaus während der Aufzucht beratend zur Seite.
Meine Zuchtstätte wurde außerdem auf meinen Antrag hin durch das Veterinäramt Steinfurt besichtigt. Mir wurde die unbefristete Erlaubnis zur Hundezucht nach § 11 Abs. 1 Nr. 8a Tierschutzgesetz erteilt.
Während ihrer Zeit bei mir erhalten die Welpen:
- dreimalige Entwurmung
- Kennzeichnung mit einem Mikrochip nach ISO-Norm
- audiometrische Untersuchung (AEP/Hörtest)
- altersentsprechende Schutzimpfung (StIKo Vet)
- Wurfabnahme durch einen Zuchtwart des CDF e. V.
Die audiometrische Untersuchung ist beim Dalmatiner besonders wichtig: Jeder einzelne Welpe wird dabei auf die Hörfähigkeit beider Ohren untersucht.
Der Auszug
Meine Welpen ziehen frühestens aus, wenn sie die achte Lebenswoche vollendet haben.
Bis dahin habe ich sie viele Wochen begleitet, ihre Entwicklung beobachtet und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten kennengelernt. Deshalb gehört für mich zu einer guten Welpenvermittlung auch, gemeinsam darauf zu achten, welcher Welpe zu welchen Menschen und deren Lebenssituation passt.
Beim Auszug bringt jeder Welpe mit:
- seine Ahnentafel des CDF e. V.
- seinen EU-Heimtierausweis
- das Ergebnis seiner audiometrischen Untersuchung in Kopie
- eine Kopie des Wurfabnahmeprotokolls
- seine Registrierung bei TASSO
- ein Welpenstart-Paket für die ersten Tage im neuen Zuhause mit gewohntem Futter, Halsband, Leine und Spielzeug
Und natürlich zieht kein Welpe einfach aus der Tür und damit aus meinem Leben.
Ich freue mich auch später über Fotos und Geschichten meiner Nachzucht und stehe ihren Menschen bei Fragen oder Problemen gerne zur Seite.
Denn mit der Abgabe endet für mich zwar die Aufzucht eines Welpen – nicht aber meine Verantwortung für ihn.

