Manchmal hat das Leben andere Pläne

Als Züchter plant man, rechnet, hofft und versucht, alles so gut wie möglich vorzubereiten. Man sucht den passenden Rüden aus, bestimmt den optimalen Deckzeitpunkt, fährt viele Kilometer und steckt viel Zeit, Herzblut und Gedanken in jeden einzelnen Wurf. Und trotzdem gibt es keine Garantie, dass am Ende alles so läuft, wie man es sich wünscht.
Manchmal passiert leider genau das Gegenteil.
Genau dort stehe ich im Moment: ratlos, frustriert, traurig und – ehrlich gesagt – auch ziemlich demotiviert. Es sieht ganz danach aus, als sollte es dieses Jahr einfach keine Welpen geben.
Am 24. Juli fuhr ich voller Vorfreude mit Kato zum ersten Ultraschalltermin. Kato war bester Laune, ich ebenfalls. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd:
„Da ist nichts.“
Also vereinbarten wir einen zweiten Termin eine Woche später. Am 31. Juli war Kato wieder bestens gelaunt – ich dagegen schon deutlich vorsichtiger. Im Ultraschall zeigte sich zwar eine kleine Struktur, sie ließ sich jedoch nicht eindeutig als Trächtigkeit zuordnen. Ein Herzschlag war nicht zu erkennen. Gleichzeitig mussten wir auch wieder an die Möglichkeit einer erneuten Pyometra denken. Deshalb wurden zusätzlich Entzündungswerte bestimmt. Zum Glück waren diese völlig unauffällig.
Heute, am 3. August, stand die nächste Kontrolle an. Kato sorgte wie immer gut gelaunt dafür, dass im Wartezimmer keine Langeweile aufkam, während ich versuchte, meine Hoffnungen etwas zu zügeln.
Leider blieb das Ergebnis unverändert. Noch immer war kein Welpe zu sehen. Die auffällige Struktur vom Freitag war zwar etwas kleiner geworden, aber weiterhin ohne erkennbare Entwicklung. Auch Herzschläge waren nicht zu sehen. Immerhin zeigte sich keine Flüssigkeit in der Gebärmutter, sodass derzeit nichts für eine erneute Gebärmutterentzündung spricht. Vermutlich handelt es sich um eine Fruchtblase, die sich bereits wieder in Resorption befindet.
Kurz gesagt: Im Moment sieht leider alles danach aus, dass es keine Welpen geben wird.
Natürlich stellt man sich nun unweigerlich die Frage nach dem Warum.
Rückblickend fällt auf, dass Katos erster Wurf bereits ungewöhnlich verlief. Der C-Wurf bestand aus drei Welpen. Einer davon war deutlich kleiner als seine Geschwister, blockierte den Geburtskanal und machte einen Kaiserschnitt notwendig. Der kleine Welpe überlebte leider nicht, die beiden anderen entwickelten sich dagegen völlig problemlos. Der Vater dieses Wurfes, Lewis, ist inzwischen Vater mehrerer Würfe mit durchweg normalen bis großen Wurfstärken.
Der erste Deckversuch in diesem Jahr erfolgte mit Earl. Trotz seines Alters zeigte sein Spermiogramm hervorragende Werte, und nur wenige Wochen nach unserem Deckversuch wurde er erfolgreich Vater eines anderen Wurfes.
Für den zweiten Versuch fiel meine Wahl schließlich auf Kronk – einen jungen, gesunden Rüden, der gerade erst mit Bestnoten seine Zuchtzulassung erhalten hatte.
Bei allen drei Verpaarungen stimmte der Zeitpunkt. Die Progesteronwerte passten, die Fahrten waren sorgfältig geplant und die Deckakte verliefen jedes Mal völlig unkompliziert und lehrbuchmäßig.
Deshalb drängt sich leider der Verdacht auf, dass die Ursache bei Kato selbst liegen könnte. Ob Zysten oder narbige Veränderungen an der Gebärmutter – vielleicht als Folge des Kaiserschnitts – lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Sicher ist nur: Trotz bester Voraussetzungen kommt es offenbar nicht mehr zu einer erfolgreichen Einnistung der Embryonen.
Im September wird Kato bereits sechs Jahre alt. Viel Zeit bleibt daher ohnehin nicht mehr. Vor allem aber möchte ich ihr keinen weiteren Deckversuch mehr zumuten. Das fällt mir unglaublich schwer, denn ich hatte so sehr gehofft, eines Tages eine kleine Kato behalten zu können. Wer sie kennt, weiß, warum: Für mich ist sie in jeder Hinsicht ein ganz besonderer Hund.
Leider wird sich dieser Wunsch vermutlich nicht erfüllen. Auch aus ihrem ersten Wurf wird es keine züchterische Zukunft geben. Peppas Familie hat sich bewusst gegen eine Zucht entschieden, was ich selbstverständlich respektiere. Pepe wurde aufgrund eines nicht abgestiegenen Hodens kastriert.
Ganz abgeschlossen ist dieses Kapitel allerdings noch nicht. Sollte Kato vorher keine Anzeichen einer erneuten Pyometra entwickeln, werden wir in etwa zwei Wochen noch einmal einen Ultraschall machen. Je nach Befund wird zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich geröntgt, um sicher beurteilen zu können, was sich in ihrer Gebärmutter abgespielt hat und wie die Situation weiter einzuschätzen ist.
Rein medizinisch spricht im Moment leider fast alles gegen eine Trächtigkeit. Und trotzdem bleibt – entgegen jeder Vernunft – irgendwo tief in mir noch ein winziger Funke Hoffnung, dass wir vielleicht doch noch überrascht werden.
Bis dahin heißt es erneut: abwarten. Und vor allem hoffen, dass Kato gesund bleibt. Denn ganz gleich, wie diese Geschichte endet – ihre Gesundheit wird für mich immer wichtiger sein als jeder noch so sehr ersehnte Wurf.

